Cortison bei Colitis Ulcerosa

13 Apr

Tadaaaa… hier kommt sie, meine Reihe über CU Medikamente.

Zu Beginn direkt meine Hass-Liebe: Cortison.  Ich habe es bisher in verschiedensten Formen bekommen, örtlich (Rektalschaum) und systematisch (oral). Bei mir hat leider nur das orale Cortison gewirkt. Dafür war es aber auch immer zu 100% zuverlässig und hat sofort gewirkt. Leider hat Cortison ja nicht nur Vorteile. Ganz im Gegenteil, die Nebenwirkungen können ganz schön extrem sein, besonders bei einer Langzeittherapie.

Cortison wird meist bei Versagen anderer, schwächerer Medikamente eingesetzt oder bei einem besonders schweren Krankheitsschub. Mein Problem war immer, dass ich beim Absätzen des Cortisons (es muss langsam ausgeschlichen werden) einen neuen Schub bekommen habe und dann das Präparat wieder hochgesetzt werden musste. Das hat dazu geführt, dass ich fast 10 Jahre durchgängig Cortison, genauer Decortin, in verschiedensten Dosierungen eingenommen habe. Dabei erlitt ich ziemlich viele Nebenwirkungen mit der Zeit. Dies ist ja auch kein Wunder, da der Packungsbeilage zu Folge eine Langzeittherapie ab zwei Wochen beginnt und ich Decortin halt ein bisschen länger genommen habe 😉

Ich habe zwischendurch natürlich immer wieder versucht, vom Decortin runter zu kommen und habe daher viele alternative Cortisonpräparate ausprobiert. Zum Beispiel habe ich Cortison Klysmen ausprobiert, die rektal verabreicht werden und so nur lokal wirken. Die lokale Wirkung ist natürlich wesentlich schonender für den Körper, als die orale Aufnahme, wobei das Cortison ins Blut übergeht. Leider haben die Klysmen bei mir gar nicht geholfen 😉

Ein weiteres Cortisonpräparat ist Budenofalk. Budenofalk sind magensaftresistente Hartkapseln, die sich erst im Darm anstatt schon im Magen auflösen sollen. Es handelt sich hierbei also auch um ein lokal wirkendes Präparat. Ob es bei mir hilft oder nicht ist schwer zu sagen, da ich es ungefähr gleichzeitig angefangen habe, wie die Spezielle Kohlenhydratdiät. Eins von beiden wirkt auf jeden Fall 😉 sobald ich Budenofalk absetze, kann ich mehr dazu sagen. Auf jeden Fall wirkt es schon mal nicht so extrem schnell und ‚Symptome wegblasend‘ wie Decortin. Budenofalk wird hauptsächlich zur Behandlung von Morbus Crohn benutzt, da die Entzündung im Darm bei dieser Krankheit höher im Darm zu finden ist und die Tabletten dort eher ankommen als so weit unten, wie bei der Colitis Ulcerosa (ja sehr medizinisch gesprochen, nicht wahr?).

Übersicht

Decortin

  • wirkt bei mir sehr zuverlässig und schnell;
  • innerhalb weniger Stunden verschwinden die Symptome;
  • muss ausgeschlichen werden, was bei mir meistens wieder zu einem Schub geführt hat;
  • meine Dosierungen: 1x pro Tag morgens von 0,5 mg bis 120 mg;
  • meine Nebenwirkungen: Mondgesicht, dünne Haare, dünne Haut, brüchige Knochen, Gelenkschmerzen.

Cortison Klysmen

  • führten bei mir zu keinerlei Verbesserung der Symptome;
  • meine Dosierungen: 1x pro Tag abends vorm Schlafen;
  • meine Nebenwirkungen: keine.

Budenofalk

  • wirkt bei mir in schwacher Form;
  • hält bei mir den Schub unter Kontrolle;
  • fraglich, ob das Medikament mich in Remission bringen könnte;
  • meine Dosierungen: 3x pro Tag morgens, mittags, abends jeweils eine halbe Std. vorm Essen 3 mg;
  • meine Nebenwirkungen: ständiger Blasendruck.

Fazit

Cortisonpräparate, in meinem Falle besonders Decortin, können ein bombenstarkes Medikament sein. Leider sind die Nebenwirkungen auf Dauer zerstörender als Colitis Ulcerosa an sich. Ob es das einem Wert ist, muss man selber entscheiden… leider.

Nie wieder Bauchweh!

Kuss,

Polly

Advertisements

5 Antworten to “Cortison bei Colitis Ulcerosa”

  1. Kathrin 15. April 2013 um 18:08 #

    Ach mann, Polly, ich weiß gar nicht, wie du das aushälst… Ich bewundere dich sehr für dein Durchhaltevermögen, und hoffe, dass dir die SCD hilft :-*

    • Polly Boffin of Needlehole 16. April 2013 um 06:24 #

      Bisher hab ich mir da noch gar keine Gedanken drüber gemacht 🙂 Einfach weiter machen 😀 Tschakaaaa! ❤

  2. Kathi 24. April 2014 um 12:13 #

    Hallo Polly,

    ich bin im gleichen Alter wie du und habe auch CU und freue mich, dass ich deinen Blog gefunden habe. Es ist schön zu lesen, dass andere die gleichen Probleme haben.

    Hast du es schon einmal mit Azathioprin (Ein Immunsuppressivum) versucht? Davon lese ich hier nichts. Kortison ist normalerweise nicht für die Langzeittherapie gedacht. Immunsuppresiva sind auch nicht gesund, aber nicht ganz so schädlich wie Kortison und bekämpfen die Krankheit an der Wurzel, dem Immunsystem. Bei mir hat es funktioniert und mir geht es besser. Kortison bin ich jetzt seit einem Jahr los :-). Kenne auch andere mit der Krankheit denen Azathioprin auch gut hilft.

    Liebste Grüße

    Kathi

    • Polly Boffin of Needlehole 24. April 2014 um 20:48 #

      Hallo Kathi,

      schön, dass du mich gefunden hast! 🙂 Und vielen Dank für deinen Kommentar!

      Azathioprin habe ich tatsächlich auch schon mal genommen. Während meines schlimmsten Schubes (da war ich ca. 18 Jahre), wirkte das Kortison nicht mehr. Ich habe dann auch Azathioprin bekommen und habe es dann für 2,5 Jahre genommen. So wird es glaub ich auch empfohlen, oder? Ende letzten Jahres hatte ich auch noch mal einen Schub und mein Arzt wollte mir das Medikament wieder verschreiben. Ich habe es dann aber zum Glück doch ohne Aza geschafft 😉 Ich muss auch gestehen, dass ich ein wenig Angst vor Azathioprin habe, genau wie vor Kortison. Die Nebenwirkungen können ja doch auch recht erheblich sein. Während ich das Medikament genommen habe, musste ich dann auch alle 2 Wochen Blut abnehmen lassen. Machst du das auch? Hast du schon mal irgendwelche Nebenwirkungen bei dir festgestellt?

      Ich würde mich freuen, weiter von dir zu hören!
      Nie wieder Bauchweh!

      Kuss,
      Polly

      • Kathi 21. Mai 2014 um 06:39 #

        Hallo Polly,

        ich nehme das Azathioprin jetzt schon seit 1,5 Jahren und laut meiner Ärztin werde ich es wahrscheinlich mein ganzes Leben lang nehmen müssen. Meine Krankheit ist sehr ausgeprägt und es ist nahezu alles befallen, nicht nur ein kleiner Teil wie bei den meisten mit der Krankheit. Azathioprin ist nicht auf zwei Jahre begrenzt, sondern vor allem zur Langzeittherapie geeignet. Meine Ärztin sagt, dass die Nebenwirkungen von Kortison bei langer Einnahme sehr viel höher sind als die von Azathioprin. Das habe ich auch an meiner Mutter gesehen. Sie hat auch seit über 25 Jahren CU (die chance auf eine Vererbung liegt bei 1 /1000 und ich bin die 1) und lange Kortison genommen und die Folge davon ist, dass sie mit 40 Osteoporose bekommen und mehrere Wirbeleinbrüche hatte. Alles eine Folge von Kortison..Sie nimmt seit 15 Jahren Azathioprin und davon ist nichts passiert und ihr geht es gut.

        Am Anfang, also in den ersten 8 Wochen musste ich sogar jede Woche zum Blutabnehmen. Jetzt muss ich noch einmal im Quartal hin. Selbst Schwangerschaften sind mit diesem Medikament möglich :-). Ich wohne in einer Großstadt und bin in einer sehr großen Gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis mit vielen Ärzten in Behandlung und dort haben sie sehr viele Frauen mit der Krankheit, meinen Medikamenten und erfolgreichen Schwangerschaften. Das gibt einem auch Hoffnung für die Zukunft 😉

        Momentan habe ich leider wieder zu viel Stress (arbeite vollzeit und mache nebenberuflich noch meinen Masterabschluss) und trotz Azathioprin einen Schub bekommen. Jetzt nehme ich Azathioprin, Mezavant und Kortison (nur 40 mg und jede Woche jetzt runter)..die volle Dröhnung, aber in zwei Monaten ist bestimmt wieder alles okay.

        Liebste Grüße von mir und meinem grummelnden Bauch

        Kathi

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: